Die jüngste 24. TPM-Jahreskonferenz, die vom 3. bis 6. März im Long Beach Convention Center stattfand, zeichnete ein anschauliches Bild einer globalen Lieferkette, die sich mit einer zunehmend komplexen und disruptiven Landschaft auseinandersetzt. Shippeo wurde von Chris Mazza, SVP of International Growth, unserem ansässigen Experten für Meeresversorgungsketten, gut vertreten. Chris nahm aktiv an der Veranstaltung teil und nutzte sein Fachwissen, um sich mit dem Schifffahrtspublikum zu vernetzen und an Keynotes und Sessions teilzunehmen, die die Zukunft der Branche prägen.
Die diesjährige Veranstaltung zeichnete ein lebendiges Bild einer Welt im Wandel. Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse, die Chris im Laufe der Konferenz gesammelt hat.
Tag 1:
Eine Welt neu definiert
Die Eröffnungsrede bereitete die Bühne für die Konferenz. Dr. Robert Gates, moderiert von Natznet Tesfay, Vice President, Economics & Country Risk, S&P Global Market Intelligence, betonte, dass die Ära der Selbstgefälligkeit vorbei ist. Die relativ stabile Phase der letzten Jahrzehnte ist größtenteils vorbei und wurde durch eine Welt voller geopolitischer Spannungen ersetzt. Experten zeichneten das Bild einer Welt, die sich vom von den USA angeführten „unipolaren Moment“ weg und hin zu einem multipolaren Umfeld bewegt. Der Aufstieg von Regionalmächten wie Indien in Verbindung mit den erhöhten Spannungen zwischen China und Taiwan, Nordkorea und Russland führt zu einer komplexen und potenziell volatilen Situation. Der „Westen“ wird nicht mehr als unangefochtener Führer angesehen, und andere Regionen bestimmen ihren eigenen Kurs.

Das Hub-and-Spoke-Modell: Eine praktikable Lösung oder ein Rezept für Verzögerungen?
Eines der am meisten diskutierten Themen bei TPM war das vorgeschlagene Hub-and-Spoke-Modell der Gemini Cooperation, einer Partnerschaft zwischen Maersk und Hapag-Lloyd. Dieses Modell nutzt ein Netzwerk von zentralen Hubs und speziellen Zubringerdiensten, um die Effizienz zu optimieren und die Kosten zu senken. Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Zeitpläne waren jedoch ein wichtiger Diskussionspunkt.
Rolf Habben Jansen, CEO von Hapag-Lloyd, positionierte das Hub-and-Spoke-Modell als direkte Reaktion auf die chronischen Probleme der Schifffahrt mit der Termintreue. Er wies auf Branchendaten hin, die auf eine besorgniserregende Realität hindeuten: „In den letzten fünf Jahren hat es kein einziges Transportunternehmen geschafft, die Termintreue von über 70% zu erreichen“, so Jansen. Diese düstere Statistik verdeutlicht die erhebliche Kluft zwischen der aktuellen Situation und dem ehrgeizigen Ziel der Gemini-Partner, das von den Gemini-Partnern vorgeschlagene Hub-and-Spoke-Modell zu einer Pünktlichkeitsrate von 90% zu erreichen.
Skeptiker, darunter Branchenanalysten und Lars Jensen von Vespucci Maritime, schlossen sich diesen Bedenken an. Jensen nahm eine noch kritischere Haltung ein und betonte die aktuellen Herausforderungen. „In den letzten dreieinhalb Jahren war die Zuverlässigkeit absolut miserabel. Kaum jemand hat es geschafft, 50% der pünktlichen Ankünfte zu erreichen“, sagte er.
Diese Bedenken unterstreichen die Notwendigkeit, dass die Gemini-Kooperation und alle anderen Befürworter des Hub-and-Spoke-Modells das Problem der Termintreue direkt angehen. Kann ein solches Modell erfolgreich sein, wenn die Branche bereits Schwierigkeiten hat, grundlegende Ziele für eine pünktliche Ankunft zu erreichen? Dies bleibt eine zentrale Frage, da die Branche die potenziellen Vor- und Nachteile dieses neuen Ansatzes abwägt.
Tag 2:
Ein facettenreicher Tag: Umweltfreundliche Schifffahrt und die sich entwickelnde Handelslandschaft
Der zweite Tag von TPM24 bot einen Einblick in zwei drängende Probleme, mit denen die Schifffahrtsbranche konfrontiert ist. Zunächst stand die Umwelt im Mittelpunkt, und es wurde eine klare Botschaft an die Ladungseigner gerichtet. Eine Gruppe von Führungskräften aus der Branche übermittelte eine unverblümte Botschaft: Wenn sie es mit der beschleunigten Dekarbonisierung der Containerschifffahrt ernst meinen, müssen sie bereit sein, für die derzeit verfügbaren umweltfreundlichen Optionen eine Prämie zu zahlen. „Nachhaltigkeit ist nicht billig“, betonte Thorsten Meincke, Vorstandsmitglied für Luft- und Seefracht bei DB Schenker. „Wenn wir uns ausschließlich auf die Kostensenkung konzentrieren, wird der grüne Wandel nicht erreicht. Die Branche muss investieren, und die Ladungseigner müssen bereit sein, die Last zu teilen.“

In den Nachmittagssitzungen wurde der Schwerpunkt auf die umfassenderen Auswirkungen einer sich verändernden geopolitischen Landschaft verlagert. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage, wie diese „neue Weltordnung“ den Welthandel verändern wird. Experten wiesen darauf hin, dass die etablierten Muster der Handelsrouten und Allianzen wahrscheinlich gestört werden. Das Beispiel, dass China die Fluggesellschaften möglicherweise zwingt, zwischen Anrufen nach Taiwan oder dem chinesischen Festland zu wählen, verdeutlicht das Potenzial für Spannungen. Zwar wird sich der Welthandel voraussichtlich fortsetzen, er wird jedoch wahrscheinlich neue Formen annehmen, wobei regionale Blöcke und protektionistische Maßnahmen eine größere Rolle spielen werden.
Tag 3:
Das Rote Meer: Nur eine Herausforderung, keine Krise
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt betraf die anhaltenden Angriffe auf die Handelsschifffahrt im Roten Meer. Diese Angriffe zwangen die Containerlinien dazu, Schiffe rund um die Südspitze Afrikas umzuleiten — eine längere Route, von der viele befürchteten, dass sie das empfindliche Gleichgewicht zwischen Kapazität und Nachfrage auf den wichtigsten Handelsrouten stören würde. Allerdings Lars Jensen, CEO von Vespucci Maritime, bot eine überraschende Perspektive. Er glaubt, dass die Situation am Roten Meer in Verbindung mit den längeren Transitzeiten tatsächlich dazu beigetragen hat, Überkapazitäten abzufangen. „Das ist nur eine Herausforderung. Es ist keine Krise „, sagte Jensen. Tatsächlich wurden die Überkapazitäten, die die Reedereien befürchteten, durch die Notwendigkeit, Schiffe aufgrund der Situation am Roten Meer umzuleiten, gemildert, sodass sie den aktuellen Kapazitätsbedarf auf wichtigen Strecken decken konnten.

Die entscheidende Rolle der Sichtbarkeit in Echtzeit (RTTV) in der gestörten Seeschifffahrt
Die Botschaft von TPM24 war klar: Die Zeiten des Business as usual sind vorbei. In einer Welt, die zunehmend von Disruption geprägt ist, müssen sich Unternehmen Agilität zunutze machen. Dieses Gefühl wurde von Branchenführern geteilt, darunter auch von Shippeos SVP for International Growth, die an der Veranstaltung teilnahmen. Er hob eine wichtige Erkenntnis hervor: Transporttransparenz in Echtzeit (RTTV) wird im Bereich der Seeschifffahrt wichtiger denn je sein.
In einer Zeit erhöhter Unsicherheit und Störungen, sowohl aufgrund geopolitischer Spannungen als auch aufgrund unvorhergesehener Ereignisse wie Piraterie, wird RTTV unverzichtbar. Unternehmen benötigen robuste RTTV-Lösungen, um Lieferungen zu verfolgen, Störungen aufgrund geopolitischer Veränderungen oder Piraterie (wie die anhaltenden Angriffe im Roten Meer) zu antizipieren und ihre Strategien entsprechend anzupassen. Die Fähigkeit, schnell und effizient auf unvorhergesehene Herausforderungen zu reagieren, wird in diesem neuen Umfeld der Schlüssel zum Erfolg sein. Ganz gleich, ob es darum geht, sich an geopolitische Veränderungen anzupassen, die Risiken von Piraterie zu mindern oder Störungen zu bewältigen, die durch geplante Änderungen im Netzwerkdesign verursacht werden, RTTV versorgt Unternehmen mit den Informationen, die sie benötigen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und den reibungslosen Warenfluss sicherzustellen.
Letzte wichtige Erkenntnisse von TPM24
Zusammenfassend zeichnete die 24. jährliche TPM-Konferenz ein anschauliches Bild einer globalen Lieferkette, die sich mit einer zunehmend komplexen und disruptiven Landschaft auseinandersetzt. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:
1. Vertrauensbildung in unsicheren Zeiten: Nach Jahren der Störungen sind Vertrauen und starke Partnerschaften wichtiger denn je. Verlader suchen nach zuverlässigen Partnern, die fachkundige Beratung bieten und gemeinsam durch diese turbulenten Gewässer navigieren können. Der Aufbau erfolgreicher Partnerschaften erfordert Agilität, innovatives Denken und den Fokus auf effiziente Lösungen.
2. Diversifikation ist die neue Normalität: Vorbei sind die Zeiten vorhersehbarer Verträge und fester Routen. Verlader setzen auf Diversifizierung, um ihre Lieferketten agiler zu gestalten. Dazu gehört der Einsatz einer breiteren Palette von Spediteuren und Spediteuren, die Erkundung alternativer Routen zur Minimierung von Störungen und die Suche nach kreativen Lösungen für den globalen Warenverkehr.
3. Technologie ermöglicht Sichtbarkeit: Echtzeitdaten sind das A und O. Kunden wünschen sich eine genaue Lieferung und einen Überblick über ihre gesamte Lieferkette auf SKU-Ebene. Dadurch können sie ihre Abläufe effizient verwalten, das Kundenerlebnis verbessern (indem sie genaue Liefererwartungen festlegen) und Störungen proaktiv bewältigen. Shippeo bietet beispielsweise eine Ocean Visibility-Lösung mit Predictive ETAs an, die Verzögerungen bei der Datenbeschaffung von Fluggesellschaften behebt und den Kunden einen strategischen Vorteil verschafft.
4. Den Weg durch die Ungewissheit bahnen: Die Angriffe auf das Rote Meer, die Beschränkungen des Panamakanals und die bevorstehenden ILA-Vertragsverhandlungen unterstreichen die anhaltenden Unsicherheiten, unter denen die Schifffahrtsbranche leidet. Diese Volatilität erzeugt Angst, aber RTTV-Plattformen wie unsere können helfen. Die Ocean Visibility ETA-Lösung von Shippeo bietet Kunden einen strategischen Vorteil, da sie Verzögerungen beim Abrufen von Daten von Spediteuren behebt.
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